Milieutherapie - Therapeutische Gemeinschaft

Das "Leben" in einer psychiatrischen Klinik ist anders organisiert als in Kliniken für körperliche Erkrankungen. So bleiben die Patienten beispielsweise, abgesehen von ganz akuten Krankheitssituationen, tagsüber nicht im Bett liegen, sondern nehmen an den verschiedenen auf der Station, bzw. in der Klinik angebotenen therapeutischen Aktivitäten teil. Auch in der freien Zeit halten sie sich häufig nicht in dem eigenen Krankenzimmer auf, sondern in wohnlich gestalteten Gemeinschaftsräumen der Station, bzw. außerhalb der Station.

Die Stationen sind nach dem Prinzip der therapeutischen Gemeinschaft organisiert. Es wird versucht, möglichst viel Gemeinschaftsgefühl und Kommunikationsmöglichkeiten zu erzeugen, um den therapeutischen Wert des Zusammenlebens und des gegenseitigen Verständnisses zu fördern. Bestimmte Veranstaltungen dienen diesem Ziel, z.B. gemeinsame Mahlzeiten, Stationsversammlungen, gemeinsame Ausflüge der Patienten einer Station, Lesegruppe (z.B. gemeinsame Zeitungslektüre), gemeinsame Freizeitaktivitäten jeglicher Art. Für die Gestaltung der Atmosphäre auf der Station und für die Durchführung der stationsbezogenen Gemeinschaftsaktivitäten sorgen insbesondere die Mitarbeiter des Pflegepersonals.

Der Tag des einzelnen Patienten wird nach einem individuell festgelegten Tagesplan, in dem die verschiedenen therapeutischen und Freizeitaktivitäten sinnvoll verbunden sind, gestaltet.

Durch diese Maßnahmen soll erreicht werden, dass der Patient sich nicht isoliert und sich nicht nur mit seinen Problemen und Symptomen beschäftigt, sondern dass er im Rahmen einer Gemeinschaft das Gefühl eines zwischenmenschlichen Miteinanders erfährt und eine gewisse Außenorientierung erreicht, die ihn von einer Fixierung auf die eigenen Probleme und Symptome ablenkt.

 

 
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