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Angst- und Depressionsforschung, Neuropsychopharmakologie

Leitung: Prof. Dr. R. Rupprecht

 

Moderne neurowissenschaftliche und psychiatrische Forschung ist nur durch ein sinnvolles Ineinandergreifen von klinischer Forschung und Grundlagenwissenschaften erfolgreich. Durch einen derartigen integrativen Forschungsansatz, den man auch als „Translational Medicine“ bezeichnet, sind letztendlich weitere Fortschritte hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten psychiatrischer Erkrankungen zu erwarten.

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt mit einem derartigen interdisziplinären Ansatz mit der Erforschung von Depressionen und Angsterkrankungen sowie deren Behandlungsmöglichkeiten. Neuropsychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen und Angsterkrankungen kommt nach einer Erhebung der WHO eine enorme Bedeutung für die Beeinträchtigung der Lebensqualität zu, insofern ist es wichtig, hier intensiv nach neuen und besseren Behandlungsmöglichkeiten zu suchen.

Abbildung1

Steuerung des Gleichgewichts von Hirnbotenstoffen (Neurotransmittern) tragen zum Entstehen psychiatrischer Erkrankungen, z. B. von Depressionen und Angsterkrankungen bei. Wir beschäftigen uns damit, die Ursachen von Depressionen und Angsterkrankungen weiter zu erforschen. Ferner untersuchen wir Wirkmechanismen von Psychopharmaka wie z. B. Antidepressiva und von nicht-pharmakologischen Therapiemöglichkeiten, z. B. Schlafentzug, repetitiver-transcranieller Magnetstimulation und Elektrokonvulsionstherapie. Eine wesentliche Bedeutung kommt hierbei der Regulation des Stresshormonsystems sowie verschiedenen körpereigenen Steroiden zu. Eine solche sog. endophänotypische Charakterisierung psychiatrischer Erkrankungen zusammen mit molekulargenetischen Untersuchungen trägt dazu bei, u. U. das Ansprechen auf bestimmte Therapieformen besser vorhersagen zu können. Einen weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit bildet die Evaluierung neuer Therapieformen der Depression sowie neuartiger, pharmakologischer Behandlungsmöglichkeiten bei Angsterkrankungen. So konnten wir beispielsweise zeigen, dass die Funktion eines wichtigen Neurotransmitterrezeptors, des GABAA-Rezeptors bei Angsterkrankungen, z. B. der Panikstörung, gestört ist. Eine Verbesserung der GABAA-ergen Signalübertragung entfaltet auch beim Menschen angstlösende Wirkung. So konnte unsere Arbeitsgruppe dazu beitragen, neue interessante Moleküle zu identifizieren, die möglicherweise helfen können, die Behandlung von Angstsymptomatik und Angsterkrankungen zu verbessern. Insgesamt zielen unsere Arbeiten darauf ab, die Ursache psychiatrischer Erkrankungen, vor allem von Depressionen und Angsterkrankungen, besser zu verstehen und weitere Behandlungsperspektiven für diese Krankheitsbilder zu erschließen.

 

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