Bipolare Erkrankungen
Leitung: Dr. E. Severus
Bipolare Erkrankungen gehören zu den affektiven Erkrankungen und sind durch einen zumeist chronischen Verlauf mit wiederholtem Auftreten von Episoden unterschiedlicher Polarität (manisch/hypoman/gemischt bzw. depressiv) gekennzeichnet.
Während, aber auch außerhalb affektiver Episoden existieren bei einem beträchtlichen Anteil bipolar Erkrankter des Weiteren kognitive Defizite, welche sich prognostisch ungünstig auf das psychosoziale Funktionsniveau auswirken und therapeutischen Interventionen bisher jedoch kaum zugänglich sind, da nur unzureichend in ihrer Ätiologie verstanden.
Die Lebenszeitprävalenz Bipolarer Erkrankungen beträgt zwischen 2 und 5 %, die Geschlechterverteilung ist ausgeglichen. Psychiatrische (Angsterkrankungen, Abhängigkeitserkrankungen) als auch somatische Komorbiditäten (Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sind häufig, die durchschnittliche Lebenserwartung ist hierdurch als auch durch das erhöhte Suizidrisiko um mehrere Jahre reduziert.
Eine medikamentöse Therapie stellt das Hauptstandbein in der Akut- und Langzeitbehandlung bipolarer Erkrankungen dar, wobei Lithium in letzterer Indikation weiterhin die Referenzsubstanz darstellt, der klinische Einsatz durch subjektiv beeinträchtigende Nebenwirkungen jedoch teilweise limitiert ist.