Sektion für Molekulare und klinische Neurobiologie
Leitung: Prof. Dr. D. RujescuStellvertretung: Dr. I. Giegling
Die genetischen und neurobiologischen Ursachen psychischer Erkrankungen rücken immer stärker in das Blickfeld der biologisch-psychiatrischen Forschung. Die Kenntnis solcher Faktoren ist in ihrer Wichtigkeit kaum zu überschätzen: Sie bietet die Basis für eine rechtzeitige Diagnose und wirkungsvolle Prävention sowie für eine präzise Voraussage des weiteren Krankheitsverlaufs.
Hauptforschungsrichtung der Sektion Molekulare und klinische Neurobioloige ist die Genetik und Neurobiologie psychiatrischer Erkrankungen und intermediärer Phänotypen mit besonderem Fokus auf Schizophrenie, Kognition, suizidalem Verhalten als Hauptkomplikation vieler psychiatrischer Erkrankungen und Demenzen.
Es wird ein multimodaler Forschungsansatz verfolgt, mit dem Ziel, molekulare (genomweite Assoziationsstudien, funktionelle Genomik, Proteomics, Metabolomics), zelluläre und behaviorale (intermediäre neuropsychologische Phänotypen, klinische Charakterisierung) Ansätze zu kombinieren, um diesen komplexen Erkrankungen gerecht zu werden. Zu diesem Zweck erfolgt sowohl die Rekrutierung und ausführliche Charakterisierung großer Stichproben mit bis zu 4500 bislang rekrutierten Patienten und Probanden.
Im Forschungsbereich Schizophrenie erfolgt zusätzlich der Einsatz von Tiermodellen, um auf diesem Weg relevante Gene zu identifizieren, sowie um Teile der Pathophysiologie der Erkrankung zu modellieren. Es wird hierfür ein auf NMDA Antagonismus basierendes pharmakologisches Tiermodell genutzt sowie Microarray-basierte Genexpressionsuntersuchungen durchgeführt, um differenziell exprimierte Gene zu ermitteln, die anschließend in humangenetischen Studien bezüglich Assoziation getestet wurden.
Zusätzlich wird ein breites neurobiologisches Methodenspektrum z.B. zu Interneuronen-Populationen, oxidativem Stress und glutamaterger Neurotransmission eingesetzt, um das Modell weiter zu validieren.
Darüber hinaus werden zellbiologische Ansätze unter Verwendung primärer neuronaler Kulturen und adulter Stammzellen verfolgt, die zur Aufklärung glutamaterger und serotonerger Mechanismen bei neuropsychiatrischen Erkrankungen eingesetzt werden.
Es erfolgt eine systembiologische multimodale Integration dieser Daten unter Einbeziehung fächerübergreifender Ressourcen. Dies spiegelt sich auch in der multidisziplinären Zusammenstellung der Sektion wider, die Postdocs und technische Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung in molekulargenetischen und -biologischen bis hin zu klinischen und experimentell-psychologischen Untersuchungen hat.