Psychoneuroimmunologie

Eine relativ junge Forschungsstrategie unterscheidet sich in ihrem Ansatz weitgehend von dem der klassischen wissenschaftlichen Disziplinen: Die „Psycho-neuro-endokrino-immunologie“, kurz ‚PNI‘ hat begonnen, die einzelnen Systeme des Organismus nicht mehr getrennt zu betrachten, sondern erforscht die gegenseitige Beeinflussung dieser Systeme. Der Mensch wird also als komplexes „Netzwerk“ gesehen und nicht mehr in Einzelteilen analysiert. Psyche, Nervensystem, Hormonsystem und Immunsystem stehen in sehr viel engerem Informationsaustausch, als man bis vor wenigen Jahren angenommen hatte.

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Beobachtungen aus der Tumor- und Hepatitisbehandlung mit Immunbotenstoffen zeigten, dass diese Symptome psychiatrischer Erkrankungen hervorrufen können. Zahlreiche Studien erbrachten Hinweise auf ein immunologisches Geschehen bei einem Teil der schizophrenen und depressiven Patienten. Durch das enge Zusammenspiel von Immunsystem, Nervensystem und Psyche könnte ein solcher Immunvorgang ursächlich an der Entstehung psychiatrischer Symptome beteiligt sein.

Psychoneuroimmunologie in der Psychiatrie

Die immunologische Forschung in der Psychiatrie blickt auf eine fast 100 Jahre lange Tradition zurück. Erst in den vergangenen Jahren gelang es jedoch, für die zentralen psychiatrischen Erkrankungen, die Schizophrenie und die Depression, sowohl überzeugende pathophysiologische Erklärungsmodelle zu entwickeln, als auch erste immunologische Therapiestrategien erfolgreich anzuwenden. Die Laborsektion PNI&TDM ist mit unterschiedlichen Untersuchungsmethoden maßgeblich an diesen Entwicklungen beteiligt.

 

 
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