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Spezialambulanz - Neue Psychoaktive Substanzen (NPS)

Leitung

Dr. Kristina Adorjan, PD Dr. Gabi Koller, Prof. Dr. Oliver Pogarell, Dr. med. Tobias Rüther


In den letzten Jahren kam es weltweit zu einer rasanten Verbreitung von neuen psychoaktiven Substanzen (NPS). Bei dem United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) wurden zwischen 2009 und 2016 aus 106 Ländern 739 verschiedene Substanzen gemeldet

Was sind Neue Psychoaktive Substanzen?

Psychoaktiv wirkende, synthetisch hergestellte Substanzen, auch „designer drugs“, „legal highs“ oder „research chemicals“ genannt, werden unter dem Namen „Neue Psychoaktive Substanzen“ (NPS) zusammengefasst. Dabei handelt es sich um molekulare Abwandlungen von bereits bekannten illegalen Drogen (u.a. Cannabis, Kokain, LSD) oder um Substanzen mit völlig neuen chemischen Strukturen. NPS können wie folgt klassifiziert werden:

- Synthetische Cannabinoide (Kräutermischungen, „Spice“)
- Synthetische Cathinone (Mephedron, Methylon)
- Phenethylamine (4-Methylamphetamin, Amphetaminderivate)
- Piperazine
- Tryptamine

Warum sind die NPS so gefährlich?

Durch die schnelle Veränderung der Zusammensetzung von Substanzen sind die Auswirkungen von NPS auf den Körper nur wenig abschätzbar. Eine akute Vergiftung geht häufig mit vegetativen Nebenwirkungen wie erhöhtem Blutdruck, erhöhter Herzfrequenz, Brustschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden, erhöhter Körpertemperatur, starkem Schwitzen sowie mit erhöhtem Muskeltonus einher. Schlafstörungen, Ängste, Agitation, Halluzinationen und Krampfanfälle können zusätzlich auftreten. Eine Überdosierung oder eine Kombination mit weiteren Substanzen kann durchaus tödliche Folgen haben. Ein wiederholter Konsum führt häufig zu Missbrauch, Abhängigkeit, psychischen Erkrankungen wie Depression und Psychose, Gesundheitsproblemen im körperlichen Bereich sowie zu Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Durch die permanente Veränderung der chemischen Strukturen bereits vorhandener Substanzen sind juristische Kontrollen und die Nachweisbarkeit von NPS nur eingeschränkt möglich. Im Hinblick auf Identifizierung, Kontrolle, Prävention und Behandlungsalternativen stellen somit NPS eine große Herausforderung für Medizin und Politik dar.

Wer ist bei uns richtig?

In unserer Spezialambulanz können alle Patienten mit NPS-Kontakt kommen:
-Konsumenten von NPS (von Gelegenheitskonsum über Missbrauch bis zur Abhängigkeit)
-Patientinnen in der Schwangerschaft, Mütter mit Kindern
-Patienten mit körperlichen und psychischen Begleiterkrankungen  
-Patienten, die wegen der Einnahme derartiger Substanzen bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind

Muss ich bereits eine Diagnose haben?

Nein. Auch Angehörige von bereits Erkrankten und von Personen mit einem allerersten NPS-Kontakt werden in unserer Spezialambulanz beraten.

Was passiert bei uns in der Ambulanz?

Wir führen ein ausführliches Erstgespräch mit unseren Patienten. Dabei besprechen wir die weitere diagnostische und therapeutische Vorgehensweise. Patienten werden über ambulante, stationäre und teilstationäre Behandlungsmöglichkeiten sowie über medikamentöse und psychotherapeutische An-gebote ausführlich informiert.

Wie häufig muss ich in die Ambulanz?

Nach einem Erstkontakt können je nach Situation weitere Folgetermine in der NPS-Ambulanz ver-einbart werden.

Muss ich mich vorher anmelden und/oder brauche ich eine Überweisung?

Eine vorherige Anmeldung (siehe Kontaktinformationen unten) ist Voraussetzung für einen Termin in der NPS-Spezialambulanz. Eine Überweisung ist nicht nötig.

Kann ich an Studien teilnehmen?

Ja. Falls Sie Interesse haben an wissenschaftlichen Studien teilzunehmen, senden wir Ihnen gerne Informationen zu laufenden Forschungsprojekten zu.


Sprechzeiten:

Zur Terminvereinbarung erreichen Sie uns von Montag bis Freitag zwischen 10.00 und 16:00 Uhr unter der folgenden Telefonnummer: (089) 4400-52739.

Ort:

Klinikum der Universität München
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Nussbaumstraße 7
80336 München