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Psychiatrische Pflege

Leitung

Peter Hottner

Das Bild der Psychiatrischen Pflege hat sich in den letzten vierzig Jahren sehr zum Positiven gewandelt. Davor hatte sie mit erheblichen Vorurteilen zu kämpfen und war eng mit der Vorstellung einer Sicherheitsverwahrung verbunden – mit Medikamentenvergabe hinter verschlossenen Türen und scheinbar unberechenbaren Patienten. Die Vorurteile, die psychiatrische Patienten damals als verrückt abstempelten, trafen auch die Menschen, die sie pflegten.

Mehr Qualität in der Pflege

1975 stieß die Psychiatrie–Enquete umfassende Reformen an. Mit diesen nahm auch die Pflege eine beachtliche Entwicklung. Die Kliniken verloren zunehmend ihren Anstaltscharakter und wurden zu therapeutischen Zentren, in denen die Pflege langsam einen eigenständigen Bereich einnahm. Die Psychiatrische Klinik ist seit dem 21. März 1978 an der Weiterbildung für Psychiatrische Pflegekräfte beteiligt.

Im Rahmen der sich etablierenden Sozialpsychiatrie bekam die Pflege verstärkt ihren Platz im therapeutischen Team. Die in Kraft getretene Psychiatrie-Personal-Verordnung (PsychPV) schrieb erstmals in der Geschichte der deutschen Psychiatrischen Krankenpflege deren Kompetenz und Aufgabenvielfalt gesetzlich fest. So kam es zu einer deutlichen Verbesserung der bis dahin schwierigen Personalsituation. Durch die Umsetzung der PsychPV wurde ein enormer Qualitätszuwachs innerhalb der stationären Psychiatrie erreicht.

Heute festigen und erweitern Pflegende die Ressourcen eines psychiatrisch erkrankten Menschen. Sie gelten dabei als Experten im Alltag der Patienten. Sie unterstützen sie bei der Bewältigung von Defiziten im alltäglichen Leben. Dabei entwickeln die Pflegenden mit den Patienten Bewältigungsstrategien und üben sie mit ihnen ein – ohne zu deuten, ohne zu analysieren. Damit grenzt sich die pflegerische Arbeit von den verschiedenen Therapieformen anderer Bereiche innerhalb der psychiatrischen Institution ab.

Die Art und Weise, wie das Team der Pflege den psychischen Veränderungen unserer Patienten begegnet, ist aber auch durch die persönliche Haltung und ein modernes Pflegeverständnis bestimmt. Dieses Verständnis hat sich in unserem Hause in den vergangenen Jahren grundlegend positiv entwickelt.

Wir unterstützen unseren Pflegekräfte

Damit die Vielzahl der genannten Aufgaben in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums der Universität München erfüllt werden können, bieten wir unseren Pflegekräften:

  • breitgefächerte Fortbildungsmöglichkeiten
  • ein gutes Arbeitsklima
  • Anleitung und Unterstützung in der Pflegepraxis durch eine Qualitätsberatung
  • strukturierte Einarbeitung und Anleitung für neue Mitarbeiter durch Mentoren


Seit über 30 Jahren ist die Weiterbildung für Psychiatrische Pflege im Verbund mit dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie und der Psychiatrischen Klinik der TU ein Garant für Aktualität und Qualität der Pflege in unserem Haus. Die Ausbildung des Berufsnachwuchses von sechs externen Krankenpflegeschulen nehmen wir ebenso ernst, wie die Begleitung der Weiterbildungsteilnehmer während ihrer Einsätze. Ein modernes Dokumentationswesen ermöglicht allen Mitarbeitern der Klinik einen umfassenden Einblick in den pflegetherapeutischen Prozess.

Natürlich gehört es auch zum Tätigkeitsfeld unserer Pflegekräfte, sich mit dem Auftrag und den Gegebenheiten einer Universitätsklinik auseinanderzusetzen. So bietet unser Haus die Möglichkeit, neueste Diagnostik- und Behandlungsmethoden bei schwierigsten Krankheitsbildern und -verläufen kennenzulernen sowie in Forschungsprojekten und Lehre einer der größten psychiatrischen Universitätsklinika Deutschlands eingebunden zu sein.

Bei Fragen zur Weiterbildung Psychiatrische Pflege wenden Sie sich bitte an Michael Metzger , Tel. 4400-55158.
Weiterbildungsangebote finden Sie hier.

Qualitätsberatung Pflege

Qualitätsmanagement-Beauftragte (QMB) sind eine Gruppe von Pflegekräften mit den unterschiedlichsten Zusatzqualifikationen. Ihre Aufgabe besteht darin, die strategischen Zielsetzungen der Pflegedirektion an die Basis weiterzuleiten bzw. umzusetzen und das Pflegeteam in allen Qualitätsbelangen zu unterstützen.
 
Durch die Beratung und Begleitung der Pflegekräfte stellen die Qualitätsmanagement-Beauftragten in den jeweiligen Abteilungen sicher, dass die Qualität der Arbeit kontinuierlich verbessert bzw. erhalten wird. Dazu gehören auch periodisch durchgeführte Qualitäts- und Risikokontrollen, um permanent ein hohes Qualitätsniveau halten zu können.