FrühErkennungs- und TherapieZentrum
für psychotische Krisen
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Was ist eine Psychose ?

Psychosen sind ernste seelische Krisen. Man bezeichnet damit allgemein psychische Zustände, bei denen ein Wandel im Erleben und Verhalten des Betroffenen beobachtbar ist, in denen er gewissermaßen den Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat. Wenn der Zustand plötzlich und heftig auftritt, spricht man von einer "psychotischen Krise", die bei richtiger Behandlung aber rasch wieder abklingt. Psychosen sind meist vorübergehende Zustände, sie können einmal oder mehrmals im Leben eines Menschen auftreten.

Bei einer Psychose verändert sich das Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Verhalten eines Menschen. Dadurch wird es für seine Umwelt oft sehr schwer, ihn noch zu verstehen. Betroffene, die zum ersten Mal eine Psychose erleben, aber auch ihre Angehörigen und Freunde verstehen nicht, was mit ihnen passiert. Psychosen betreffen die grundlegenden Funktionen, die einer Person ein Gefühl von Individualität, Einzigartigkeit und Selbststeuerung geben. Halluzinationen, Realitätsverlust, Wahnvorstellungen und sozialem Rückzug sind typische Anzeichen einer Psychose, wobei sich aber Psychosen bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich äußern können. 

Konkret kann sich dies für einen Betroffenen auf vielerlei Weise darstellen: 

Er kann beispielsweise das Gefühl haben, dass andere Personen seine intimsten Gedanken oder Gefühle lesen bzw. hören können. Manche Betroffenen sind der überzeugung, es seien natürliche oder überirdische Kräfte am Werk, die ihre Gedanken und Handlungen auf bizarre Art und Weise beeinflussen. Ebenso kommt es vor, dass der Kranke sich als Angelpunkt allen Geschehens sieht. Er fühlt sich verfolgt und glaubt, dass ein Komplott gegen ihn geschmiedet wird.

Oftmals kommt es zu Halluzinationen: es werden Stimmen gehört oder Dinge gesehen, die nicht wirklich da sind. Meist erteilen diese Stimmen Befehle oder kommentieren die Handlungen und Gedanken der Person.

Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, "gar keine Gefühle mehr" zu haben. Ihre Stimme wirkt vielfach tonlos und unmoduliert und unterstreicht den generellen Eindruck der emotionalen Unansprechbarkeit. Ihnen fehlt der Antrieb, irgendetwas zu unternehmen und die Lust, mit anderen Menschen zusammenzusein und sich mit ihnen zu unterhalten.

Viele der beschriebenen Symptome, die bei einer Psychose auftreten, können in abgeschwächter Form bereits im Vorfeld, der sog. Prodromalphase, auftreten und zu Problemen im Umgang mit Angehörigen, Freunden oder mit anderen Menschen führen. Mittlerweile weiß man, dass einzelne Symptome schon viele Jahre vorher dem ersten Ausbruch einer Psychose vorausgehen können. Lange vor dem Höhepunkt der ersten psychotischen Episode zeigen sich oft schon auffällige Verhaltensänderungen oder Erlebnisveränderungen bei den Betroffenen. Im Alltag gehen oft langwierige Leidensphasen dem Begreifen und Erkennen der Erkrankung voraus. Frühe Anzeichen werden anfangs kaum bemerkt oder oft missgedeutet, z.B. als vorübergehende Krisen oder Reaktionen auf einschneidende Lebensereignisse. Diese frühen Symptome können Frühwarnsignale für eine spätere Psychose sein. Anhand der folgenden Checkliste
können Sie prüfen, ob bei Ihnen Frühsymptome und damit eine erhöhte Gefährdung vorhanden sind.

Die frühzeitige Erkennung einer Psychose ermöglicht einen frühen Behandlungsbeginn. Die zielgerichtete Behandlung setzt häufig erst spät ein, wenn eine Psychose erstmals akut auftritt. Dann ist aber schon wertvolle Zeit verloren. Denn wie bei vielen anderen Erkrankungen gilt auch hier: Je früher eine Behandlung beginnt, desto günstiger ist der Krankheitsverlauf. Eine frühe Behandlung verbessert die Chancen der Betroffenen, ein normales Leben zu führen.


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